Kopf- und
Gesichtsschmerzen

Kopf- und Gesichtsschmerzen: Wann diese durch die Zähne bzw. Zahnschmerzen ausgelöst werden, welche Arten von Schmerzen es gibt und wie Ihnen eine CMD-Therapie helfen kann?

Kopf- und Gesichtsschmerzen sind für die betroffenen Personen sehr unangenehm und können zu einer deutlichen Verringerung von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit führen. 

 

Bei Kopf- und Gesichtsschmerzen denken viele zunächst nicht unmittelbar an ihre Zähne. Die Ursachen können vielfältig sein. Auch eine verspannte Kaumuskulatur kann Kopfschmerzen auslösen.

 

Erfahren Sie mehr über das Zusammenspiel von Zähnen und Kopf- und Gesichtsschmerzen und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen.
 

Kopfschmerzen & Zähne


Aus der Sicht des CMD-Therapeuten ist es immer von großer Bedeutung, ob die Ursache von Kopfschmerzen oder Kieferschmerzen in einer CMD begründet liegt oder ob andere Ursachen dahinter stecken.

 

 

Kann der Patient / die Patientin von einer CMD Therapie profitieren?  
 

Kopfschmerzen können zahlreichen Ursachen zugrunde liegen. Aus Sicht der Cranio-Mandibulären-Dysfunktion (CMD) ist sicherlich die am häufigsten verkannte Ursache, der durch eine verspannte Kaumuskulatur erzeugte Kopfschmerz, der sich vor allem durch Stress und Fehlbelastung aufbauen kann. Auch kann die Halswirbelsäule z.B. nach einem vorangegangenen Schleudertrauma als Entstehungsort von Kopfschmerzen verantwortlich sein. 
 

Daneben sind der Spannungskopfschmerz, die Migräne und der Cluster-Kopfschmerz als Differentialdiagnosen zu nennen. Auch wenn der Spannungskopfschmerz eine stark beeinträchtigende Wirkung haben kann, ist er dennoch selten so stark, dass seinetwegen medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird. Hingegen ist die Migräne der Kopfschmerztyp, weswegen Ärzte am häufigsten konsultiert werden.
 

Laut einer Studie (Ciancaglini und Radaelli 2001) geben CMD-Patienten deutlich häufiger (27,4%)  an, unter Kopfschmerzen zu leiden als solche Patienten ohne eine CMD (15,2%). Somit scheint es sinnvoll, bei Kopfschmerzpatienten immer auch die CMD als triggernden oder sogar unterhaltenden Faktor einer Migräne bzw. Kopfschmerzen bei Erwachsenen miteinzubeziehen.
 

Interessant sind dabei sogenannte Schmerzübertragungsmuster (Referred Pain) zwischen den anatomischen Strukturen (Kiefergelenk – Kopf – Kaumuskulatur). Diese können sich gegenseitig in derart beeinflussen, dass sich die Ursache für Kopfschmerzen in ihrem eigentlichen Entstehungsort, dem Kiefergelenk, wiederfindet und umgekehrt.

 

Dadurch wird klar wie wichtig es ist, den eigentlichen Entstehungsort der Beschwerden zu lokalisieren, um eine adäquate Therapie anbieten zu können.  
 

Können Kopfschmerzen durch die Verzahnung ausgelöst werden?


Die Antwort lautet ja. Das Kausystem ist ein sehr sensibles System, das auf der einen Seite zwar eine große Anpassungsfähigkeit an neue Gegebenheiten mitbringt, auf der anderen Seite aber bei Überlastung zu sehr heftigen Schmerzsymptomatiken führen kann.

 

So konnte in einer Studie (Kobayashi & Hansson 1988) gezeigt werden, dass nur mit Einbringung eines Störfaktors in der Verzahnung mit einer Höhe von 0,1mm es zu einer signifikanten Ausschüttung von Stresshormonen, begleitet von Schmerzen der Kaumuskulatur, Kiefergelenksknacken sowie verlängerter Apnoephasen im Schlaf gekommen war. Nach ca. 1 Woche fielen diese Parameter wieder auf ihren Ursprungswert zurück (Adaptation).  

 

Aber auch eine zu hohe oder zu niedrige Bisslage kann sich negativ auf die Entwicklung von Kopfschmerzen auswirken.

 

Eine zu niedrige Bisslage kann sich durch starke Abrasion der Zahnhartsubstanz, verschlissene Füllungen, durch insuffizienten Zahnersatz oder auch Zahnextraktionen entwickeln. Dies sind meist Prozesse, die sich über Jahre schleichend entwickeln. Die Kaumuskulatur passt sich laufend an die neue Position des Unterkiefers an, damit eine maximale Verzahnung erreicht werden kann. Hier imponieren meist von hinten her aufsteigende Kopfschmerzen.

 

Die zu hohe Bisslage entsteht durch zu hohe Füllungen, eine zu hohe Krone oder Prothesen. Auch hier wird der Kaumuskulatur ein hohes Maß an Anpassung abverlangt, da sie ja wieder den Unterkiefer so führen muss damit ein „guter Biss“ gewährleistet bzw. der Störkontakt vermieden werden kann. Das Problem ist allerdings, dass die Kaumuskulatur hier aus einem Dehnungszustand heraus arbeiten muss. Dabei wird zusätzlich die Nackenmuskulatur überbeansprucht. Es kommt zu einem Druckschmerz, der nach einiger Zeit in Kopfschmerzen übergeht. 

 

 

Die gute Nachricht dabei ist, dass das Kausystem oft auch über eine lange Zeit das aufgebaute Defizit kompensieren kann, allerdings sind die Grenzen eines jeden Systems auch irgendwann erschöpft und es kommt zur Dekompensation und zur Entwicklung einer CMD. 

 

Neben der Verzahnung sind natürlich auch noch Parafunktionen (wie Pressen oder Knirschen) zu nennen. Diese können einen Druckkopfschmerz hinter der Stirn oder im Hinterkopf auslösen. Vereinfacht gesagt kann man die Schmerzentstehung so erklären, dass durch die enormen Kräfte, die während des Pressens und Knirschens frei werden anatomische Strukturen des Schädels negativ beeinflusst werden.

 

Unser Schädel ist kein starres Gebilde, sondern setzt sich aus vielen verschiedenen Knochen zusammen, die durch sogenannte Suturen (Knochennähte) miteinander (in geringem Maße) beweglich verbunden sind. Durch den erhöhten Druck kann es zu Spannungen im Schädel kommen, was wiederum eine Verminderung des venösen Blutabflusses begünstigen kann, wodurch wiederum Kopfschmerz entsteht. 
 

 

Gesichtsschmerzen & Zähne


Genau wie auch beim Kopfschmerz gibt es unzählige Ursachen für Gesichtsschmerzen. Wichtig ist auch hier, dass das Symptom Gesichtsschmerz ebenso bei einer CMD als auch bei anderen Erkrankungen auftreten kann und es somit für jeden ärztlichen Fachbereich wichtig sein kann, eine Differentialdiagnose zu stellen.

 

So muss der Zahnarzt auch außerhalb seines Bereiches denken und ein Arzt einer anderen Fachrichtung die Möglichkeit einer zugrundeliegenden Ursache im Kausystem bedenken.


Aus zahnärztlicher Sicht sind hier als häufigste Ursachen sicherlich eine Karies, Prothesendruckstellen, ein Zahnriss / -fraktur oder parodontale Abszesse (eitrige Entzündungen des Zahnhalteapparates) zu nennen.

 

So gibt es auch im HNO-Bereich Krankheitsbilder, die Gesichtsschmerz verursachen können. Zum Beispiel kann eine Entzündung der Nasennebenhöhlen ausgeprägte Schmerzen über die Wange, im Jochbein oder in der Stirn auslösen.

Kopf- und Gesichtsschmerzen aus neurologischer Sicht

Atypischer Gesichtsschmerz

 

Atypischer Gesichtsschmerz ist gekennzeichnet durch einen Dauerschmerz im Gesicht ohne schmerzfreie Intervalle. Die wichtigste Differentialdiagnose dazu ist die Trigeminusneuralgie, die im Gegensatz dazu schmerzfreie Intervalle aufweist.

 

Der atypische Gesichtsschmerz tritt spontan oder im Zusammenhang mit einer vorangegangenen Infektion (z.B. Kieferhöhlenentzündung) oder nach einem Bagatelltrauma auf.

 

Bei Patienten/Innen äußern sich die Beschwerden in einer Überempfindlichkeit auf Berührung oder Wind und beschreiben ein diffus ziehendes Gefühl ähnlich einem Nervenschmerz. Die Schmerzsensationen können wochen- / monatelang oder auch nur kurzfristig sein.

Trigeminusneuralgie

 


Die Trigeminusneuralgie tritt plötzlich und völlig unerwartet in Intervallen auf, dabei kann es zu unerträglich heftigen sekunden- oder minutenlangen Schmerzen im Gesicht kommen. Schmerzmittel helfen in den wenigsten Fällen, selbst bei Betäubung während einer zahnärztlichen Behandlung können die Schmerzen bestehen bleiben.


Oft kann es dadurch zu völlig unnötigen Zahnextraktionen kommen, da die Schmerzen missinterpretiert werden. Eine oder mehrere Extraktionen können wiederum zum Verlust der notwendigen Abstützung des Kiefers im Backenzahnbereich führen.

 

Diese Abstützung ist allerdings essenziell, da dadurch einseitiges Kauen begünstigt und wiederum vermehrt Druck auf den Schädel und wiederum neurale Strukturen ausgelöst werden, die maßgeblich an der Entstehung der Trigeminusneuralgie beteiligt sind.

 

Daneben kann es durch die nicht mehr vorhandene Abstützung zu Schäden am Kiefergelenk und zu einer Überbeanspruchung der Kaumuskulatur kommen, was wiederum eine neue Schmerzsymptomatik erzeugen kann.
 

 

Ursachen für eine Trigeminusneuralgie

 

  • Zahnextraktionen

  • Zahnimplantate

  • Herpes Zoster (virale Infektion)

  • Borreliose (Durch Zecken übertragene bakterielle Infektion)

  • Verzahnung

  • Kieferhöhlenentzündung

Andere Ursachen für Gesichtsschmerzen aus folgenden Fachbereichen:

 

Orthopädie / Manualtherapie
 

Verspannungen der Nackenmuskulatur und Halswirbelsäulenblockaden können auch recht häufig zu ausstrahlenden Schmerzen im Gesicht führen. 

 

 

Rheumatologie

 

Rheumatische Erkrankungen wie Polyarthritis oder Fibromyalgie können ins Gesicht einziehende Schmerzen verursachen. 

 

 

Bei allen möglichen Ursachen des Gesichts- bzw. Kopfschmerzes ist sicherlich die interdisziplinäre Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachdisziplinen sowie der manualtherapeutischen Therapien gefordert!  

Gerne können Sie einen Termin für ein individuelles Beratungsgespräch bei mir vereinbaren

In einem persönlichen Gespräch informiere ich Sie gerne über Ihre individuellen Behandlungsmöglichkeiten.

 

Wie läuft das individuelle Beratungsgespräch ab?

Was sagen meine Patientinnen und Patienten

K. L. 26 Jahre

Ich habe seit Ewigkeiten mit Kopf-, Kiefer- und Nackenschmerzen zu kämpfen und nichts hat geholfen! Wie sich herausgestellt hat leide ich unter CMD durch meinen Fehlbiss und nächtliches Kieferpressen.
 

Seitdem ich meine Schiene von Dr. Biedermann bekommen habe und jede Nacht trage habe ich viel weniger Schmerzen.

 

Die begleitende Physiotherapie hat mir sehr gut getan.