CMD -
Das Chamäleon
unter den Erkrankungen

CMD - Craniomandibuläre Dysfunktion: Was ist CMD, wer leidet darunter, was sind typische Risikofaktoren und wie wird CMD behandelt?


CMD oder ausgeschrieben Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion ist ein zahnärztlicher und kieferorthopädischer Fachbegriff, den Sie vermutlich noch nie oder wenn, dann zumindest noch nicht oft gehört haben werden.


Ich möchte Ihnen auf dieser Seite erklären, was CMD überhaupt ist, wer unter CMD leidet – und glauben Sie mir, es kommt weit häufiger vor als Sie vermuten – und welche Risikofaktoren einer Cranio-Mandibulären-Dysfunktion zugrunde liegen.


Ich als Kieferorthopäde habe mich unter anderem auf CMD spezialisiert. Als CMD-Arzt stehe ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und werden Ihnen helfen mögliche Beschwerden in Zusammenhang mit CMD zu lindern oder im besten Fall ganz zu heilen.
 

Was ist CMD?


Die Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion, auch CMD genannt, ist ein komplexes Krankheitsbild, das Symptome der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur und auch des gesamten Bewegungsapparates umfassen kann.

 

Wer leidet unter CMD?

Neuere Untersuchungen zeigen, dass über 60% der Bevölkerung Symptome einer CMD aufweisen, aber subjektiv keine Behandlungsnotwendigkeit dafür sehen.

 

Viele Patienten wissen oft gar nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und einer verspannten Kaumuskulatur gibt oder auch dass Ohrenschmerzen nicht immer ihren Ursprung im Mittelohr sondern im Kiefergelenk haben.

 

Häufig treten aber keine unerträglichen Schmerzen auf. Leichte Symptome wie Knacken oder Reiben in den Kiefergelenken werden allerdings nicht als alarmierend angesehen. Somit begeben sich viele der Betroffenen nicht in eine Therapie.
 

Bei 3% der Bevölkerung fallen die Beschwerden schon gravierender aus, was sich auch in einem subjektiven Behandlungsbedarf äußert.

 

In dieser Patientengruppe gilt es eine schnelle Therapie zu beginnen, um eine Chronifizierung der Beschwerden zu vermeiden.
 

Wer sind die Risikogruppen?

Prinzipiell kann jeder von einer CMD betroffen sein, vom Kind bis hin zum alten Menschen. Am häufigsten jedoch sind Frauen jüngeren bis mittleren Alters betroffen (etwa achtmal so häufig wie Männer). Dafür gibt es viele Ursachen so z.B. physische Kondition, endokrine und hormonelle Aspekte so wie auch Stress.
 

Stress führt allgemein zu einer Überaktivierung der Kaumuskulatur und kann dadurch im Rahmen von Parafunktionen zur Entwicklung einer CMD führen. Diese Parafunktionen können untertags aber auch in der Nacht stattfinden.

 

Problematisch werden diese vor allem während des Schlafes, da hier schützende Schmerzreflexe deutlich reduziert sind und daher wesentlich höhere Kräfte und Belastungen auf die Gewebe wirken können. 

Womit wird die CMD häufig verwechselt?

Bei den meisten Patientenschilderungen von Symptomen wird selten an ein zahnärztliches Problem gedacht.

 

Aufgrund der Nahebeziehung der anatomischen Strukturen kommt es häufig zu einer Überlappung der Fachdisziplinen wie Augenheilkunde, HNO, Neurologie Orthopädie etc.

 

Risikofaktoren für die Entwicklung einer CMD

 

Wie bei anderen Erkrankungen auch, spielen vermutlich auch bei der Entwicklung einer CMD viele unterschiedliche Risikofaktoren eine Rolle.

 

Diskutiert werden strukturelle und/oder funktionelle Dysharmonien zwischen Ober- zu Unterkiefer und den umgebenden Strukturen wie dem Schädel und dem Brustkorb. Auch psychische Stressfaktoren gelten als Auslöser einer CMD.
 

Wichtig ist, andere Allgemeinerkrankungen differentialdiagnostisch von einer CMD zu trennen wie z.B. Polyarthritis (Gelenksentzündungen im ganzen Körper), Gicht oder auch andere Symptome im Kiefer-Gesichtsbereich.

Zahnärztliche Faktoren

Darunter werden alle Faktoren zusammengefasst, die in einem biomechanischen Zusammenhang mit dem Kausystem stehen.
 

Die Bisslage
 

Unter der Bisslage versteht man die Position, die der Unterkiefer in Bezug auf den Oberkiefer, aber auch allgemein zum Schädel bzw. dem Oberkörper einnimmt.

 

Sollte der Unterkiefer in einer ungünstigen Position in die Verzahnung zum Oberkiefer greifen und diese der Muskulatur, den Kiefergelenken oder der Schädelhaltung enorme Anpassungsleistungen abfordern, kann es auf Dauer zur Entwicklung von Beschwerden kommen.


Frühkontakt bzw. neue Füllungen bei Zähnen

Bei einem Frühkontakt ist sich der /die Betroffene gar nicht bewusst, was sein Kausystem im Hintergrund leisten muss, um diesen störenden Zahnkontakt zu umfahren.

 

Bei einer neuen Füllung, die vielleicht nicht ganz passt, kommt es im Rahmen einer sogenannten "Einbeissphase" zur Gewöhnung an die neue Versorgung. Allerdings geht es dabei mehr darum, dass die Muskulatur lernt diesen neuen Störkontakt geschickt zu vermeiden.

 

Beiden Risikofaktoren sind gemeinsam, dass ab einem gewissen Punkt die natürliche Adaptationsfähigkeit des Kausystems erschöpft ist und es zur Entwicklung von Beschwerden kommt.

 

Die gute Nachricht: Solche Störkontakte können leicht entfernt werden und können zu einer sehr schnellen Verbesserung bzw. zum Verschwinden der Beschwerden führen.    

Zahnschmerzen

 

Falls ein Zahn durch Karies oder Parodontitis erkrankt ist, führt dies in den meisten Fällen zu Schmerzen. Daraufhin wird ein "Vermeidungsverhalten" des Kausystems angewandt, was zu unbewussten und unnatürlichen Bewegungs- und Kontraktionsmustern in der Kaumuskulatur führt.

 

So wie es z.B. bei Fußschmerzen zu einer Schonhaltung mit einer Vermeidung von gewissen Bewegungsabläufen kommt, wird eine Seite geschont während die andere vermehrt Arbeit leisten muss.

 

Bestehen diese Bewegungsabläufe über einen längeren Zeitraum kann es sowohl in den Kiefergelenken als auch in der Muskulatur zu schmerzhaften Veränderungen kommen. 

Mundatmung

Ein besonderer Risikofaktor für die korrekte Kieferentwicklung stellt die Mundatmung bereits im Kindesalter dar. Die Zunge liegt nicht am Gaumen, wo sie das Breiten- und Längenwachstum des Oberkiefers fördert sondern am Mundboden sowie auch zwischen den Zähnen.

 

Dadurch wird nicht nur das Wachstum des Oberkiefers gestört sondern auch die Höhenentwicklung der Zahnbögen.

 

Daraus resultierend kommt es zur Entstehung ungünstiger biomechanischer Vorgaben, die der Muskulatur und den Gelenken ein hohes Maß an funktioneller und struktureller Anpassung abverlangen. 

Gerne können Sie einen Termin für ein individuelles Beratungsgespräch bei mir vereinbaren

In einem persönlichen Gespräch informiere ich Sie gerne über Ihre individuellen Behandlungsmöglichkeiten.

 

Wie läuft das individuelle Beratungsgespräch ab?

 

Was sagen meine Patientinnen und Patienten

U. E. 48 Jahre

Vor meiner Behandlung bei Dr. Rainer Biedermann hatte ich beim Kauen starke Kiefergelenks-, Nacken-, gelegentlich Kopfschmerzen und Ohrgeräusche. Durch das feste Zusammenpressen der Zähne in der Nacht (Stressabbau!) litt ich unter starken Verspannungen am Nacken und an den Schultern, diese Verspannungen wurden wiederum von Schwindel begleitet.

Dr. Biedermann untersuchte mich und empfahl mir eine Aufbissschiene. Nachdem ich die Schiene einige Zeit lang getragen hatte, konnte ich eine Besserung meiner Beschwerden feststellen. Zusätzlich wurde ich mit einer Entspannungstherapie für meine Kau- und Nackenmuskulatur behandelt. Diese Therapie wurde bei mir nach ca. drei Monaten ein zweites Mal durchgeführt. Da sich meine Beschwerden seither deutlich gebessert haben, bin ich mit dieser Behandlung sehr zufrieden.

Dr. Biedermann und sein Team sind äußerst kompetent und freundlich!