Chronische
Zahnschmerzen

Chronische Zahnschmerzen:  Welche Symptome sind typisch, welche Auslöser gibt es und welche Behandlungsmöglichkeiten können helfen?

Chronische, also anhaltende Zahnschmerzen, zumeist ohne einen offensichtlich erkennbaren Grund sind für die Leidtragenden eine enorme Belastung. Und die Suche nach dem Auslöser gestaltet sich für viele wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Oftmals können chronische Zahnschmerzen mit Ihrer Muskulatur zu tun haben.

Wenn man den Begriff Zahnschmerzen verwendet werden viele von Ihnen sofort an die „Klassiker“ wie Karies oder eine Wurzelbehandlung denken. Allerdings gibt es viele andere Möglichkeiten für Zahnschmerzen, die oft nicht mit der eigentlichen Ursache in Verbindung gebracht werden und dann in weiterer Folge leider zu fatalen Behandlungsverläufen führen können. 

Erfahren Sie hier mehr darüber wie unser Kausystem funktioniert, welche Rolle Ihre Muskulatur im Kiefer dabei spielen kann und wie solche Schmerzen behandelt werden können.

 

 

Was ist das Besondere an unserem Kausystem?

 

Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz in unserem Körper. Das Besondere an unserem Kausystem liegt darin, dass im Gegensatz zu den anderen Gelenken in unserem Körper das Ende der Bewegung in einem harten Anschlag, nämlich der Verzahnung endet. Darüber hinaus muss die Verzahnung mit einer akkuraten Zielgenauigkeit von wenigen Zehntelmillimetern in einem exakten geometrischen Zielpunkt getroffen werden.

Somit wird klar, dass einerseits die Zahnstellung als auch die Zahnform einen erheblichen Einfluss auf die Stellung und Funktion der Kiefergelenke aber noch wichtiger die der Kaumuskulatur nehmen. Durch diese Abhängigkeiten können sich regelrechte Teufelskreise etablieren, die zum Teil nur sehr schwer wieder gelöst werden können.

 

Vorab welche Symptome gibt es?  


•    Unklare diffuse Zahnschmerzen
•    Das Gefühl, dass Zähne nicht zusammenpassen (Fehlbiss)
•    Zahnabrieb durch Knirschen
•    Kalt-Warm-Empfindlichkeit der Zähne
•    Zähnepressen (v.a. in Stresssituationen)
•    Veränderte Bisslage

 

Chronische Zahnschmerzen ausgelöst durch Parafunktionen

 

Jeder Mensch hat untertags Zahnkontakt allerdings nur sehr kurz. Im Schnitt sind es hochgerechnet ca. 20min. Den Rest der Zeit befindet sich der Unterkiefer in einer sogenannten Ruheschwebe und die Zähne berühren einander nicht. Sollte der Zahnkontakt sich auf mehrere Stunden täglich ausdehnen, sprechen wir von einer Parafunktion, die als wichtiger Auslöser einer CMD (Cranio-Mandibulären-Dysfunktion) gesehen wird.

 

 

Man unterscheidet 2 Varianten von Parafunktionen:


•    Beim Zähnepressen werden die Zähne meist unbewusst mit sehr großer Kraft über einen längeren Zeitraum aufeinander gepresst. 


•    Beim Zähneknirschen erfolgt ein Abreiben der Zähne gegeneinander mit nicht minderer Kraft.

Die Parafunktionen können in der Nacht aber auch untertags auftreten. Betroffene sind sich allerdings über die Parafunktionen oft gar nicht bewusst und werden meist von Angehörigen oder Bekannten darauf hingewiesen.
Neben
psychischem Stress können auch mechanische Störungen ein Auslöser für Parafunktionen sein.

 

Alles, was den Biss stört wie z.B. eine zu hohe Füllung oder ein schiefer Zahn, lösen den Wunsch aus, das Störende weg zu reiben. Dabei werden nicht nur der störende Teil, sondern leider auch gesunde Zähne im Gebiss geschädigt. 
 

Die Folgen von Parafunktion auf die Zähne können neben verstärktem Zahnabrieb oder  -lockerung auch Überbelastung und Schmerzen sein.

 

Durch die Überbelastung entwickeln Zähne vermehrt eine Kälte- und Wärmeempfindlichkeit. Der Zahn wird durch die Parafunktionen regelrecht traumatisiert.

 

Bei sehr starkem Zahnabrieb kann auch ein Verlust von Höhe im Zahnbogen beobachtet werden. Was wiederum zu einem Absinken der Bisshöhe, einer vermehrten Beanspruchung der Muskulatur aber auch im schlimmsten Fall zu einer Schädigung im Kiefergelenk führen kann.

Die Muskulatur als Ursache für anhaltende Zahnschmerzen


Neben den oben erwähnten Schäden an der Zahnhartsubstanz wird auch die Muskulatur in Mitleidenschaft gezogen. Das andauernde Pressen und die exzessiven Mahlbewegungen des Kiefers führen zu einer Überbelastung der Muskulatur was mit Verkrampfungen, mangelnder Durchblutung und letztlich Schmerzen verbunden ist.

 

Chronisch verspannte Muskeln, können sogenannte Triggerpunkte entwickeln. Ein Triggerpunkt kann mechanisch durch Druck gereizt werden und projiziert dann den Schmerz in andere Bereiche als den eigentlichen Entstehungsort. So ist es keine Seltenheit, dass projizierte Muskelschmerzen in einzelne oder mehrere Zähne ausstrahlen


Weitere Möglichkeiten für Zahnschmerzen unklarer Ursache können übertragene Schmerzen aus dem Bereich der Ohren, Kieferhöhlen und Nasennebenhöhlen sein.

 

 

Patientenfall: 


Die Patientin stellte sich mit diffusen therapieresistenten Schmerzen im Unterkiefer links vor. 
 

In der Anamnese gab sie an, vor ein paar Jahren chronische Zahnschmerzen im Unterkiefer links entwickelt zu haben. Da die Zähne keinerlei Anzeichen für Karies oder eine andere Schädigung aufgewiesen haben, wurden vorab durch Ihren Zahnarzt Einschleifmaßnahmen an den Zähnen vorgenommen, um einen Vorkontakt auszuschließen.

 

Da hier der Erfolg ausgeblieben und die Schmerzen für die Patientin unerträglich geworden waren, wurde schlussendlich mit Einverständnis der Patientin eine Wurzelbehandlung an den betroffenen Zähnen vorgenommen. Da diese leider auch nicht zur Schmerzfreiheit geführt hatte, wurden die wurzelbehandelten Zähne im gegenseitigen Einvernehmen gezogen, doch die Schmerzen blieben als „Phantomschmerzen“ bestehen.
 

Während der Erstuntersuchung in unserer Praxis wurde im Rahmen des Muskelscreenings ein Triggerpunkt in der Kaumuskulatur identifiziert, der genau in das betroffene Gebiet ausstrahlte. Nach entsprechender Muskelentspannungstherapie und Schienenversorgung konnten die Schmerzen deutlich verbessert bzw. letztlich sogar ganz beseitigt werden.
 

 

An dieser Stelle soll hervorgehoben werden, dass durch die Beschreibung jenes Patientenfalls keine Bewertung anders getroffener Behandlungsansätze einhergeht. Unsere dahinter liegende Absicht ist einzig Aufklärung und keinesfalls Diskreditierung.

Gerne können Sie einen Termin für ein individuelles Beratungsgespräch bei mir vereinbaren

In einem persönlichen Gespräch informiere ich Sie gerne über Ihre individuellen Behandlungsmöglichkeiten.

 

Wie läuft das individuelle Beratungsgespräch ab?

Was sagen meine Patientinnen und Patienten

S.M. 58 Jahre

Ich bin wegen einer Kieferklemme seit Februar 2020 bei Dr. Biedermann in Behandlung. Die Schmerzen seit Juli 2019 haben mich zum Gang zu einem Kieferorthopäden bewogen. Nach einer gründlichen Abklärung der Beschwerden wurde mir im Frühjahr dann eine Aufbeißschiene angepasst. Dank der kompetenten Beratung und Begleitung des jungen und engagierten Teams bin ich jetzt seit ca. drei Monaten beschwerdefrei.

 

Für mich ein hoher Gewinn an Lebensqualität. Danke!